Ninas Traum!

Sie kam als Marianna zu uns und wir hatten keine Ahnung über ihren erbärmlichen Zustand. Die Tierheimhündin hatte sich in ihrer kleinen Box aufgegeben, geschätzt auf 7 Jahre mit einem etwas verformten Vorderbeinchen – so wurde sie uns angekündigt. Sie sollte eine Chance bekommen auf ein liebevolles Zuhause, noch ein paar Jahre „gut gehen – und wohl fühlen“ sollte sie kennenlernen. Was ankam hat uns zutiefst berührt. Ein Häufchen Elend, mehr Angst als alles andere, übergewichtig mit einem Hinterbeinchen, das sie nicht belasten kann. Welches Leid muss sie erlebt, welche schlimmen Erfahrungen mit Menschen gemacht haben, dass sie nur auf dem Boden kauert und wartet was geschieht.

Sie ist angekommen und wir werden sie begleiten bis ein Menschenherz sich für sie entscheidet und ihren Traum wahr werden lässt. Den Traum –erwünscht zu sein-

So begann Ninas Geschichte bei uns und wir haben ihre Entwicklung zurück zum Leben beobachtet und uns an ihr gefreut. Ein Auszug aus dem „Tagebuch“

GLÜCKSMOMENTE
….. für Nina und ganz besonders für die Zweibeiner – Nina erwacht zum Leben!
Die Nase am Boden geht sie inzwischen auf Gassigänge mit ihrem Rudel mit. Was für ein schönes Bild, sie nimmt alles auf, „liest“ Hundezeitung….. wie viele Jahre musste sie vergeblich darauf warten. Ihre Menschen begrüßt sie inzwischen freudig beim Nachhausekommen und sie kommt zum Schmusen zu ihnen. Im Hunderudel wurde sie komplett aufgenommen. Sie hat endlich eine Familie.
Nächste Woche werden die Fäden gezogen. Nina hat alles tapfer weg gesteckt und belastet nun das Beinchen schon wieder. Beim Ausruhen lagert sie es lässig nach oben! Das Herz hüpft einem vor Glück wenn man diese Verwandlung beobachet.

Ninas Augen beginnen zu leuchten!
der schwarze Wächter erwacht so langsam zu Leben, begrüßt mich mit den anderen an der Tür wenn ich nach Hause komme und will jetzt immer mit wenn wir Gassi gehen.
Auch draußen ist sie nicht mehr so überängstlich wenn wir andere Leute treffen.
Jetzt hoffe ich bloß das man das Beinchen richten kann und sie dann ein ganz normaler Hund sein darf.

Die OP war bald vergessen – wäre da nicht die rasierten Beinchen. Nina ist stark, die Wunden heilen schnell, sie bemüht sich mit dem Rest des Rudels mit zu halten und bald ist sie wieder mit dabei wenn es in die Wiesen geht.
Dank einer wunderbaren Sponsorin mussten wir uns um die OP-Kosten bald keine Sorgen mehr machen. Einen Riesendank an dieser Stelle!

Es ging aufwärts und die Pflegestelle berichtete bald : Ninas Traum
……hat sich schon zur Hälfte erfüllt- sie durfte in ihrer Pflegefamilie erfahren, was es heißt geliebt und umsorgt zu werden, ein kuscheliges Plätzchen zu haben und das es Menschen gibt die es nur gut meinen. Sie besucht mit uns den SWR in Baden-Baden und wird dort in der Sendung „Kaffee oder Tee“ vorgestellt. Natürlich benimmt sie sich vorbildlich. Es folgt er Anruf einer Interessentin die Nina auf Anhieb in ihr Herz geschlossen hat.

Ein Tiefschlag dann: Heizöl wird geliefert. Nina ist im Flur, ihre Bezugsperson nicht Zuhause, der Lieferant ist ein Fremder vor dem sie Angst hat, er lässt die Tür offen und in Panik entwischt Nina. Aus dem Haus, über die Straßen, ins Feld. Die Tage danach ein Alptraum. Immer wieder wird sie gesichtet, immer im Umkreis der 3 Nachbarorte, immer in Panik vor den Fremden, die ihr doch helfen wollen. Wir suchen Tag und Nacht – es scheint aussichtslos – sie muss wohl alleine zurück kommen….. bis sie Kindern begegnet zu denen sie offensichtlich Vertrauen hat.
Völlig erschöpft bleibt sie bei dem Jungen auf der Wiese liegen, lässt sich streicheln und so finde ich sie vor als ich, von einem Anruf der Eltern alarmiert, dort eintreffe. Die Momente danach „ohne Worte“
Jetzt, eine Woche danach sind die unzähligen Zecken unter ihrem Fell, die aufgescheuerte Nase, die wunden Ballen und die Angst vergessen. Nina ist inzwischen in ihr neues Zuhause umgezogen. Ab jetzt wird ein anderer Mensch für ihr Glück und ihr Leben verantwortlich sein. Was wir für sie tun konnten haben wir getan, mit Freude und sie hat uns unendlich viel zurück gegeben.

Wir alle freuen uns mit ihr und hoffen, dass wir bald von dort berichten können von ihrem wahr gewordenen Traum.

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